Donald Rumsfeld – ein politischer Nachruf: Der jüngste und der älteste Chef des Pentagon

Von Hans-Werner Klausen

Donald Rumsfeld und der damalige Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping

Am 5. November 2006 verurteilten die Kollaborateure der US-Besatzungsmacht im Irak den ehemaligen Staatschef Saddam Hussein zum Tode. Nur drei Tage nach der Verkündung dieses illegalen Urteils rollte indessen bereits (bildlich ausgedrückt) der Kopf eines der Hauptverantwortlichen für den Aggressionskrieg gegen das Zweistromland: George W. Bush, das nominelle Oberhaupt der in Washington herrschenden Junta, verkündete am 8. November den von vielen (aus unterschiedlichsten Motiven) seit langem verlangten Rücktritt des Pentagonchefs Donald Rumsfeld. Weiterlesen

Wolfowitz – eine Karriere – Irak-Krieger und Ex-Weltbankchef wird von Amerikas bedeutendster rechter Denkfabrik aufgefangen

Von Hans-Werner Klausen

Der kürzlich von seinem Amt als Präsident der Weltbank zurückgetretene ehemalige stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz (seine Amtszeit in der Weltbank endete am 30. Juni) ist seit Anfang Juli diesen Jahres Gastwissenschaftler (Visting scholar) bei der großen konservativen Denkfabrik (Think Tank) American Enterprise Institute for Public Policy Research (AEI). Dies gab AEI-Präsident Christopher DeMuth am 2. Juli 2007 in Washington bekannt. Wolfowitz werde sich mit Unternehmertum und Entwicklungsthemen, Afrika und Public-Private-Partnerships befassen. Wolfowitz war bereits während der Clinton-Ära als Mitglied des akademischen Beirats mit dem AEI verbunden. Weiterlesen

Der „Fürst der Finsternis“ wäscht seine Hände in Unschuld – Wer ist Richard Perle?

Von Hans-Werner Klausen

„Chutzpah: Thy Name is Perle“. So kommentierte der US-Journalist Jim Lobe den jüngsten Artikel des neokonservativen „Fürsten der Finsternis“ zum Irak-Krieg (1).

Seit einigen Jahren war es ziemlich still geworden um Richard Perle, der 2003 in vielen Fernsehauftritten und Presseinterviews für den Irak-Krieg geworben hatte: die Website seines Arbeitgebers, des American Enterprise Institute for Public Policy Research (AEI), dem Perle seit 1987 angehört, verzeichnet für das ganze Jahr 2007 nur einen Artikel von Richard Perle und für das Jahr 2008 5 Artikel aus seiner Feder. In der jüngsten Zeit hat es Richard Perle jedoch für nötig gehalten, sich wieder in der Öffentlichkeit zu Wort zu melden. Anfang Dezember 2008 hatte Perle die Nominierung von Hillary Rodham Clinton für den Posten der künftigen US-Außenministerin begrüßt („Ich bin erleichtert, wider Erwarten glaube ich nicht, daß wir viel Veränderung erleben werden“) (2) . Am 6. Januar 2009 veröffentlichte Perle in der Online-Ausgabe der außenpolitischen Zeitschrift „The National Interest“ einen langen Artikel (3). Hier wäscht Richard Perle angesichts der für die USA katastrophalen Bilanz der Irak-Politik seine Hände in Unschuld und wälzt die Schuld an den Mißerfolgen der US-Politik auf das State Department und die CIA ab. Weiterlesen