Arbeiterklasse und Nation – Die maoistischen „K-Gruppen“ der 70er Jahre

Von Hans-Werner Klausen

Die maoistischen K-Gruppen (ML-Gruppen) der siebziger Jahre waren im wesentlichen Zerfallsprodukte der antiautoritären Studentenbewegung. Die K-Gruppen sahen mindestens bis 1976 (einige auch danach) ihre eigene Theorie und Praxis als Anwendung des „Marxismus-Leninismus/Maotsetungideen“ auf die deutschen Verhältnisse und betrachteten das Gesellschaftssystem der VR China als vorbildlich. Dabei lehnten sich die KPD und die KPD/ML besonders eng an die politische Linie der KP Chinas und der Partei der Arbeit Albaniens an, während der KBW und der KB mehr von den konkreten Bedingungen in Westdeutschland ausgingen. Die Anhänger der K-Gruppen bezeichneten sich selbst als „Marxisten-Leninisten“, von ihren linken Gegnern und von der bürgerlichen Presse wurden sie als „Maoisten“ oder „Chaoten“ bezeichnet. Allen K-Gruppen gemeinsam waren: Weiterlesen

Der Generalissimus und seine deutschen Fans

,Von Hans-Werner Klausen

Daß der Vater der Völker in Rußland zahlreiche Verehrer hat, ist bekannt. Unter diesen Verehrern sind nicht nur Marxisten-Leninisten, denn für viele Nationalrussen ist Stalin ein Symbol nationaler Größe. Was Trotzkisten, Titoisten, Eurokommunisten, Gorbatschowler und Salonsozialisten dem Woshd besonders übelnehmen – die Liquidierung der Volksfeinde mit Parteibuch, die Veränderungen in der Zusammensetzung der sowjetischen Führungsschicht, die Wendung vom nationalen Nihilismus zum Sowjetpatriotismus oder die Verbannung dekadenter („avantgardistischer“) Kunst aus der Öffentlichkeit – wird von russischen Patrioten eher als Verdienst Stalins angesehen. Weiterlesen