„Nur liberale Indianer sind gute Indianer“ – lustige Anekdote aus dem Mutterland der „political correctness“

von Hans-Werner Klausen

Redskins
Welch Sumpf der Unkorrektheit : die Redskins haben auch Chearleader / Foto: US-Navy
Bei der Unart der Politischen Korrektheit sind die USA Deutschland zumeist einen Schritt voraus. Einen besonders bizarren Fall nimmt aktuell der Autor Andrew Ferguson in der neokonservativen Zeitschrift „Commentary“ aufs Korn. Ferguson berichtet über eine Kampagne „liberaler“ („liberal“ im US-amerikanischen Sprachgebrauch bedeutet „linksliberal“; klassische Liberale nennen sich in den USA „Libertarians“) Medien gegen den Namen des Washingtoner Profi-Footballclubs „Redskins“ („Rothäute“) – weil sich die Indianer dadurch diskriminiert fühlen würden.

Ferguson weist auf einige Fakten hin:

– der erste Eigentümer des Clubs hatte den Namen des Clubs zu Ehren des Trainers, der indianischer Abstammung war, gewählt.

– mehr als ein Dutzend indianischer Schulen nennen ihre Sportmannschaften „Redskins“

– die einzige repräsentative USA-weite Umfrage zu diesem Thema, die im Jahre 2004 stattfand, ergab, dass 90 Prozent der echten „Rothäute“ nichts gegen diese Bezeichnung haben.

Solche Ergebnisse, sagen die Kritiker, sind völlig irrelevant. Die Befragung müßte unter Leuten durchgeführt werden, die Frage „Are you culturally or socially or political native?“ („Native American“ ist ein Synonym für „Indianer“) mit „Ja“ beantworten. Solch eine Umfrage, meint ein „Aktivist“, würde dann die Meinungen „politisch zurückgebliebener“ Indianer isolieren.

Kommentar von Andrew Ferguson: „Der einzige gute Indianer ist ein liberaler Indianer“.

Erstveröffentlichung: „Berliner Umschau“, 20. Januar 2014