US-Neocons fordern Schaffung „sicherer Gebiete“ für Syriens Contras – Ein neuer Offener Brief der Foreign Policy Initiative (FPI)

Von Hans Werner-Klausen

Oval Office
Oval Office – Hier sitzt der Adressat des Briefes / Foto: Paul Morse, White House Photo

US-amerikanische Neokonservative („Neocons“) haben sich erneut mit einem „Offenen Brief“ zur Unterstützung der „Rebellen“ in Syrien zu Wort gemeldet. Am 24. Juli 2012 wurde ein gemeinsamer Offener der Brief der Foreign Policy Initiative (FPI) und der Foundation for Defense of Democracies (FDD) an den US-Präsidenten Barack Obama unter der Überschrift „Foreign Policy Experts Urge President Obama to Take Immediate Action to Establish Safe Zones in Syria“ veröffentlicht.

Der Brief, den 61 Personen unterzeichnet haben, fordert von der US-Regierung und deren regionalen Partnern die Schaffung „sicherer Gebiete“ in Syrien, d.h. die Etablierung geschützter Aufmarschgebiete für die syrischen Contras als Operationsbasen für die Fortsetzung des Krieges gegen die Regierung in Syrien.

Die Foreign Policy Initiative (FPI) und die Foundation for Defense of Democracies (FDD) hatten sich bereits am 19. Dezember 2011 (1) und am 17. Februar 2012 (2) in gemeinsamen Offenen Briefen für die Unterstützung des „Syrischen Nationalrates“ (SNC) und der „Freien Syrischen Armee“ (FSA) ausgesprochen.

Die Foundation for Defense Of Democracies (FDD) wurde im Jahre 2001 zwecks Propaganda für den von der Regierung George W. Bush proklamierten „Krieg gegen den Terror“ gegründet. Gründer und Präsident der FDD ist der Journalist Clifford May. Von der FDD haben den Offenen Brief vom 24. Juli FDD-Präsident Clifford May, Executive Director Mark Dubowitz, die FDD-Vizepräsidenten Jonathan Schanzer und Toby Dershowitz, die FDD-Mitarbeiter Lee Smith, Michael Ledeen , Reuel Marc Gerecht , John Hannah , Amar Abdulhamid und Tony Badran sowie drei (ehrenamtliche) Mitglieder des Leadership Council der FDD ( Paula Dobriansky , William Kristol, Robert McFarlane) unterzeichnet.

Foreign Policy Initiative
Zeichen der Foreign Policy Initiative

Die Foreign Policy Initiative (FPI) wurde Anfang 2009 gegründet und ist de facto die Nachfolgeeinrichtung des in den Jahren 1997 bis 2006 aktiven Project for the New American Century (PNAC). Vorstandsmitglieder der FPI sind der Journalist William Kristol (Gründer und Vorsitzender des PNAC, seit 1995 Chefredakteur des neokonservativen Meinungsmagazins „Weekly Standard“), der Politikwissenschaftler Robert Kagan (1997 bis 2006 Vorstandsmitglied des PNAC) sowie die früheren Regierungsbeamten Eric Edelman und Daniel Senor. Die FPI ist beim Offenen Brief vom 24. Juli 2012 durch die Vorstandsmitglieder William Kristol, Robert Kagan und Eric Edelman, den Executive Director Jamie Fly, den Policy Director Robert Zarate und die Direktorin für Demokratie und Menschenrechte Ellen Bork vertreten.

Die FPI und ihre Unterstützer warben seit 2009 mit Konferenzen, Erklärungen, Artikeln und Offenen Briefen für die Intensivierung des Krieges in Afghanistan, für den Verbleib der Besatzungstruppen im Irak, gegen Kürzungen der Militärausgaben, für einen harten Kurs gegen Iran und für mehr Härte gegen Russland und China. Im Jahre 2011 trieb die FPI zur „humanitären Intervention“ gegen Libyen.

Neben der FPI und der FDD sind auch weitere Institutionen der amerikanischen imperialen Rechten unter den Unterzeichnern des Offenen Briefes vom 24. Juli 2012 vertreten :

Herbert London, Kenneth Weinstein, Douglas Feith, Seth Cropsey und Jack David gehören zum Think Tank „Hudson Institute“, Fouad Ajami, Larry Diamond, Tod Lindberg und Kori Schake sind Mitarbeiter beim Think Tank „Hoover Institution“, Danielle Pletka ist Vizepräsidentin des American Enterprise Institute for Public Policy Research (AEI), Gary Schmitt ist Mitarbeiter des AEI, Abe Greenwald gehört zur Redaktion der neokonservativen Zeitschrift „Commentary“.

Henry Jackson Society
Zeichen der Henry Jackson Society

Auch die in London ansässige Henry Jackson Society – Project for Democratic Geopolitics ist durch ihre Mitarbeiter Alan Mendoza und Michael Weiss beim Offenen Brief vom 24. Juli 2012 vertreten. Die Henry Jackson Society (2005 gegründet) ist die britische Entsprechung zu PNAC und FPI. Auch sie agitiert seit Monaten für die Unterstützung der syrischen Rebellen und veröffentlichte am 3. Februar 2012 einen entsprechenden Offenen Brief an den britischen Premierminister, zu dessen Unterzeichnern auch mehrere Unterzeichner des jetzigen Offenen Briefes von FDD und FPI (Alan Mendoza, Michael Weiss, William Kristol, Eric Edelman, Jamie Fly, Robert Zarate, Amar Abdulhamid, Bruce Jackson, Irina Krasovskaya, Gary Schmitt) gehört hatten.

Zeichen des PNAC
Zeichen des PNAC

Mit William Kristol, den früheren PNAC-Vorstandsmitgliedern Robert Kagan, Bruce Jackson und Randy Scheunemann, sowie mit Gary Schmitt (ehemals Executive Director des PNAC), Reuel Marc Gerecht (ehemals Direktor der Middle East Initiative des PNAC) und Ellen Bork (ehemals Deputy Director beim PNAC) ist die alte Kernmannschaft des PNAC unter den Unterzeichnern des jetzigen Offenen Briefes vertreten.

Der FPI-Vorgängerorganisation PNAC und das „Komitee für Frieden und Sicherheit am Golf“ (CPSG) hatten sich bereits im Januar und Februar 1998 in Offenen Briefen an den damaligen US-Präsidenten William („Bill“) Clinton für den Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein eingesetzt. Da Clinton vor dem Risiko eines Krieges in dieser Region zurückschreckte, konzentrierten sich die Neocons bei ihrer Kriegstreiberei vom Herbst 1998 bis zum Frühjahr 1999 erst einmal auf den Balkan. 1998 und 1999 forderten Robert Kagan, William Kristol und das PNAC in Offenen Briefen und Artikeln den Sturz des jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, eine militärische Aktion der NATO gegen Serbien und den Einsatz von NATO-Bodentruppen im Kosovo-Krieg. Bei der Propaganda für den Kosovo-Krieg arbeitete das PNAC mit dem Balkan Action Council (BAC) zusammen.

Viele PNAC-Anhänger, darunter Donald Rumsfeld (2001 bis 2006 Verteidigungsminister) und Richard („Dick“) Cheney (2001 bis 2009 US-Vizepräsident) gelangten unter Präsident George W. Bush auf verantwortliche Positionen in der Regierung und gehörten dort zu den Organisatoren der Kriege in Afghanistan und Irak. In Offenen Briefen an Bush setzte sich das PNAC damals erneut propgandistisch für den gwaltsamen Sturz Saddam Husseins ein. So schrieb das PNAC wenige Tage nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in einem Offenen Brief an George W. Bush über den „Krieg gegen den Terror“ (veröffentlicht am 20. September 2001):

It may be that the Iraqi government provided assistance in some form to the recent attack on the United States. But even if evidence does not link Iraq directly to the attack, any strategy aiming at the eradication of terrorism and its sponsors must include a determined effort to remove Saddam Hussein from power in Iraq. Failure to undertake such an effort will constitute an early and perhaps decisive surrender in the war on international terrorism. The United States must therefore provide full military and financial support to the Iraqi opposition. American military force should be used to provide a „safe zone” in Iraq from which the opposition can operate.

Ähnliche Formulierungen kehren im Offenen Brief vom 24. Juli 2012 wieder. Mehrere Unterzeichner des jetzigen Offenen Briefes der FDD und der FPI – Gary Schmitt, Randy Scheunemann, Bruce Jackson, Wiliam Kristol, Robert Kagan, Joshua Muravchik, Danielle Pletka, Leon Wieseltier – hatten in den Jahren 2002/2003 als Mitglieder des „Komitees für die Befreiung Iraks“ (CLI) für den Irak-Krieg geworben.

Viele Unterzeichner des jetzigen Offenen Briefes sind bereits in der Vergangenheit als Unterzeichner von Offenen Briefen neokonservativer Institutionen hervorgetreten. Hier eine Auswahl:

*Prinzipenerklärung des PNAC (3. Juni 1997)
Elliott Abrams, Paula Dobriansky

*Brief des PNAC an Bill Clinton über den Irak (26. Januar 1998)
Elliott Abrams, Paula Dobriansky, Robert Kagan, William Kristol

*Brief des Komitees für Frieden und Sicherheit am Golf (CPSG) an Clinton über den Irak (19. Februar 1998)
Elliott Abrams, Paula Dobriansky, Douglas Feith,Robert Kagan, William Kristol, Michael, Ledeen, Robert McFarlane, Joshua Muravchik, Martin Peretz, Gary Schmitt, Leon Wieseltier

*Brief des PNAC, des Balkan Action Council (BAC), der International Crisis Group (ICG) und der Coalition for International Justice an Clinton über Milosevic („Mr. President, Milosevic is the Problem”) (20. September 1998)
Elliott Abrams, Seth Cropsey, Paula Dobriansky, Bruce Jackson, Robert Kagan, William Kristol, Gary Schmitt, William Taft

*Brief des PNAC an George W. Bush über den Krieg gegen den Terror (20. September 2001)
Seth Cropsey, Nicholas Eberstadt, Reuel Marc Gerecht, Bruce Jackson, Robert Kagan, William Kristol, Clifford May, Martin Peretz, Randy Scheunemann, Gary Schmitt, Leon Wieseltier

*Brief des PNAC an Bush über Israel, Arafat und den Krieg gegen den Terror (03. April 2002)
Ellen Bork, Nicholas Eberstadt, Reuel Marc Gerecht, Bruce Jackson, Robert Kagan, William Kristol, Tod Lindberg, Clifford May, Joshua Muravchik, Martin Peretz, Randy Scheunemann, Gary Schmitt

*Offener Brief an die Staatsoberhäupter und Regierungschefs von NATO und EU (gegen Wladimir Putin) (28. September 2004)
Max Boot, Ellen Bork, Larry Diamond, Nicholas Eberstadt, Bruce Jackson, Robert Kagan, William Kristol, Tod Lindberg, Clifford May, Joshua Muravchik, Martin Peretz, Danielle Pletka, Randy Scheunemann, Gary Schmitt, Kenneth Weinstein

*Brief der Foreign Policy Initiative (FPI) an Barack Obama über Demokratie und Menschenrechte in Rußland (01. Juli 2009)
Max Boot, Ellen Bork, Larry Cox, Larry Diamond, Jamie M. Fly, Bruce Jackson, Robert Kagan, Irina Krasovskaya, William Kristol, Tod Lindberg, Clifford May, Joshua Muravchik, Danielle Pletka, Randy Scheunemann, Gary Schmitt, Wiiliam Taft, Kenneth Weinstein, Leon Wieseltier

*Brief der Foreign Policy Initiative (FPI) an Obama über Libyen (25. Februar 2011)
Elliott Abrams, Max Boot, Ellen Bork, Seth Cropsey, Larry Diamond, Eric Edelman, Jamie M. Fly, Reuel Marc Gerecht, John Hannah, William Inboden, Bruce Jackson, Ash Jain, Robert Kagan, Irina Krasovskaya, William Kristol, Tod Lindberg, Ann Marlowe, Clifford May, Joshua Muravchik, Danielle Pletka, Randy Scheunemann, Wiiliam Taft, Daniel Twining, Kenneth Weinstein, Leon Wieseltier

Einige Unterzeichner des jetzigen Offenen Briefes für die syrischen Contras haben Erfahrungen, die bis in die Zeit des Contra-Krieges gegen Nicaragua (während der Amtszeit von Präsident Ronald Reagan) zurückreichen. Unter den Unterzeichnern des jetzigen Offenen Briefes befinden sich drei frühere Organisatoren des Contra-Krieges gegen Nicaragua:

* Robert McFarlane war von 1983 bis 1985 Berater des Präsidenten für Nationale Sicherheit

* Elliott Abrams war von 1985 bis 1989 Chef der Lateinamerika-Abteilung (Bureau of Inter-American Affairs) des US-Außenministeriums. Während der Regierungszeit von George W. Bush war er im Nationalen Sicherheitsrat (National Security Council) beim Präsidenten für den Nahen Osten und für „Global Democracy Strategy“ zuständig. Abrams ist gegenwärtig Mitarbeiter des Council on Foreign Relations (CFR). Sein Schwager John Podhoretz, der unter den Unterzeichnern der Offenen Brief vom 19. Dezember 2011 und vom 17. Februar 2012 war, ist Chefredakteur der neokonservativen Zeitschrift „Commentary“. Elliott Abrams‘ Frau Rachel gehört gemeinsam mit William Kristol und Gary Bauer (Politiker der Christlichen Rechten) dem Vorstand der Emergency Coalition for Israel an.

* Michael Ledeen war von 1982 bis 1986 Berater des Pentagon und des Nationalen Sicherheitsrates

Martin Peretz (langjähriger Herausgeber der Zeitschrift „New Republic“) , Leon Wieseltier (Literaturredakteur der „New Republic“) und Joshua Muravchik (1969 bis 1973 Vorsitzender der Young People’s Socialist League, YPSL, seit 2011 „international affairs scholar“ am George W. Bush Institute) befanden sich unter den propagandistischen Helfern der in Nicaragua operierenden Contras. Am 14. März 1986 veröffentlichte die „Washington Post“ eine ganzseitige Annonce der „Friends of the Democratic Center in Central America“ (PRODEMCA), in der unter der Überschrift „We support military assistance to the Nicaraguans fighting for Democracy“ für die Bewaffnung der Contras in Nicaragua geworben wurde. Zu den Unterzeichnern dieses Aufrufes gehörten damals Martin Peretz, Leon Wieseltier und Joshua Muravchik .

Erfahrungen aus der Zeit des Contra-Krieges gegen Nicaragua hat auch FPI-Vorstandsmitglied Robert Kagan. Von 1985 bis 1988 arbeitete Robert Kagan unter Elliott Abrams in der Lateinamerika-Abteilung des State Department. Das amerikanische Internet-Portal „Right Web, Tracking militarists’ efforts to influence U.S. foreign policy“ beschreibt Kagans damalige Tätigkeit mit den Worten:

„Kagan was appointed by Elliott Abrams in 1985 to head the Office of Public Diplomacy, which was created to push for U.S. support of the Nicaraguan contras.“

Mehrere Unterzeichner des Offenen Briefes vom 24. Juli 2012 hatten verantwortliche Positionen in der Regierung George W. Bush. Elliott Abrams war bereits genannt worden. Douglas Feith war von 2001 bis 2005 Staatssekretär für Politik im Pentagon. Sein Nachfolger auf diesem Posten war von 2005 bis 2009 das jetzige FPI-Vorstandsmitglied Eric Edelman. Edelman war vorher von 2001 bis 2003 im Büro von Vizepräsident Cheney dessen stellvertretender Berater für nationale Sicherheit (Principal Deputy Assistant for National Security Affairs ) und von 2003 bis 2005 Botschafter in der Türkei. John Hannah war von 2001 bis 2005 im Büro von Cheney „Deputy Assistant to the Vice President for National Security Affairs” und von 2005 bis 2009 Cheneys Berater für nationale Sicherheit. Robert Joseph war von 2001 bis 2004 im Nationalen Sicherheitsrat (NSC) beim Präsidenten „Senior Director for Proliferation Strategy, Counterproliferation, and Homeland Defense“ und von 2005 bis 2007 Staatssekretär für Rüstungskontrolle und internationale Sicherheit im Außenministerium. Paula Dobriansky war von 2001 bis 2009 im Außenministerium Staatssekretärin für Demokratie und globale Angelegenheiten. Karl Rove war von 2001 bis 2007 Bushs innenpolitischer Chefberater.

Unter den Unterzeichnern des jetzigen Offenen Briefes befinden sich acht Berater des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Mitt Romney : Eric Edelman, Robert Kagan, Jamie Fly, Paula Dobriansky, Robert Joseph, Mary Beth Long, Stephen Rademaker und Meghan L. O’Sullivan. Neocon-Ideologe Robert Kagan berät sowohl Romney als auch (als Mitglied des Foreign Affairs Policy Board beim State Department) US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton. Kagans Frau Victoria Nuland war von 2003 bis 2005 bei Vizepräsident Cheney stellvertretende Beraterin für nationale Sicherheit (Principal Deputy Assistant for National Security Affairs ), von 2005 bis 2009 US-Botschafterin bei der NATO und ist seit 2011 als Pressesprecherin des State Department die Chefpropagandistin von Hillary Clinton. Die Neokonservativen, die unter Clinton, Bush und Obama mit ihrer Kriegstreiberei gegen Jugoslawien, Irak und Libyen Erfolg hatten, werden auch nach der US-Präsidentschaftswahl vom November 2012 Möglichkeiten haben, die US-Außenpolitik zu beeinflussen – sowohl in einer zweiten Amtsperiode von Barack Obama als auch unter einem Präsidenten Mitt Romney.

Anhang

Wir dokumentieren den Offenen Brief der Foreign Policy Initiative und der Foundation for Defense of Democracies vom 24. Juli 2012

Foreign Policy Experts Urge President Obama to Take Immediate Action to Establish Safe Zones in Syria

Foreign Policy Initiative, Foundation for Defense of Democracies

July 24, 2012

The Honorable Barack Obama
President of the United States of America
The White House
1600 Pennsylvania Avenue, NW
Washington, D.C. 20005

Dear Mr. President:

The situation in Syria is, as Secretary of Defense Leon Panetta said on July 18th, „spinning out of control.” Recent events make clear that the United States must play a more proactive role than it has heretofore in ensuring the end of the Assad regime and shaping a post-Assad Syria. Even prior to recent high-level assassinations and opposition gains, Assad`s security forces reportedly began to move chemical weapons out of storage, raising the specter that some of the world’s most dangerous weapons could be used against the Syrian people or fall into the hands of terrorists.

We believe it is clear that multilateral diplomacy and non-military pressure, by themselves, will neither compel Assad to step down nor ensure that America’s national security interests in Syria and the wider region are protected. The Assad regime has repeatedly violated the ceasefire brokered by former U.N. Secretary-General Kofi Annan, just as it disregarded earlier efforts by the Arab League. Russia and China yet again used their vetoes on July 19th to prevent the Security Council from imposing more severe sanctions on Syria. Meanwhile, Iran continues to materially assist the Syrian dictatorship’s crackdown on its citizens, underlining Assad’s importance to Tehran.

America’s national security interests are intertwined with the fate of the Syrian people and the wider region. Indeed, Syria’s escalating conflict now threatens to directly affect the country’s neighbors, including Turkey, Lebanon, Jordan, Iraq, and Israel, and could provide an opening for terrorist groups like al Qaeda to exploit. The longer we wait to act, the more others with interests contrary to ours will fill the void, limiting America’s ability to ensure a multi-sectarian pluralistic Syria. We therefore believe it is long past due for the United States to adopt a strategy that will help the Syrian people to quickly end the Assad regime and actively promote order and stability after the regime’s fall.

We urge you to take immediate steps, in close and continuing consultation with the Congress, to work with regional partners to establish air-patrolled „safe zones” covering already liberated areas within Syria, using military power not only to protect these zones from further aggression by the Assad regime’s military and irregular forces, but also to neutralize the threat posed by the Syrian dictatorship’s chemical and biological weapons.

Such „safe zones“ would serve as a destination for civilians fleeing violence. They would also provide the country’s opposition groups—which have actively stood up to the Assad regime’s relentless aggression, and bravely defended their cities, towns, and villages in the absence of decisive international action — a place to train, be equipped, and organize. Indeed, „safe zones” would make it easier for the United States and like-minded nations to reliably provide critical non-lethal aid, including secure communications technologies and field hospital equipment, as well as self-defense assistance, to carefully vetted recipients. „Safe zones” could also serve as a venue for U.S. and allied officials to work with Syria’s future leaders to plan and prepare for a post-Assad Syria and explore options, such as an international peacekeeping force, that could limit chaos and sectarian conflict and prevent the proliferation of Assad’s weapons of mass destruction.

America’s continued inaction in Syria risks becoming what you called in your 2009 Nobel Prize acceptance speech, „complicity in oppression,” and only serves to undermine our interests and embolden our enemies. It is clear that the United States cannot outsource its strategic and moral responsibilities to cynical great powers, regional actors who do not fully share our values, or international mediators. Only resolved U.S. leadership has the potential to halt the bloodshed and ensure the emergence of a Syria that advances America’s national security interests. We urge you to exercise such leadership immediately.

Sincerely,

Ammar Abdulhamid, Elliott Abrams, Fouad Ajami, Toni Badran, Paul Berman, Max Boot, Ellen Bork, L.Paul Bremer, Matthew R.J. Brodsky, Larry Cox, Seth Cropsey, Toby Dershowitz, Larry Diamond, Paula J. Dobriansky, Mark Dubowitz, Nicholas Eberstadt, Eric S. Edelman, Douglas J. Feith, Jamie M. Fly, Reuel Marc Gerecht, Abe Greenwald, John P. Hannah, William Inboden, Bruce Pitcairn Jackson, Ash Jain, Kenneth D.M. Jensen, Allison Johnson, Robert G. Joseph, Robert Kagan, Lawrence F. Kaplan, Irina Krasovskaya, William Kristol, Michael A. Ledeen, Robert J. Lieber, Tod Lindberg, Herbert I. London, Mary Beth Long, Ann Marlowe, Clifford D. May, Robert C. McFarlane, Alan Mendoza, Ausama Monajed, Joshua Muravchik, Meghan L. O`Sullivan, Martin Peretz, Danielle Pletka, Stephen G. Rademaker, Karl Rove, Kori Schake, Jonathan Schanzer, Randy Scheunemann, Gary J. Schmitt, Lee Smith, Henry D. Sokolski, William Taft, Daniel Twining, Kenneth R. Weinstein, Michael Weiss, Leon Wieseltier, Robert Zarate, Radwan Ziadeh

Quelle:
http://www.foreignpolicyi.org/content/foreign-policy-experts-urge-president-obama-take-immediate-action-establish-safe-zones-syr-0

Fußnoten

1) „Foreign Policy Experts Urge President Obama to Take Action Against Assad“, veröffentlcht am 19. Dezember 2011
Unterzeichner: Khairi Abaza, Ammar Abdulhamid, Mouhanad Abdulhamid , Oula Abdulhamid, Hussain Abdul-Hussain, Elliott Abrams, Tony Badran, Bassam Bitar, Max Boot, Ellen Bork, L. Paul Bremer, Matthew R.J. Brodsky, Seth Cropsey, James S. Denton, Toby Dershowitz, Thomas M. Donnelly, Mark Dubowitz, Eric S. Edelman, Douglas J. Feith, Jamie M. Fly, Reuel Marc Gerecht, Abe Greenwald, John P. Hannah, William Inboden, Bruce Pitcairn Jackson, Ash Jain, Allison Johnson, Robert Kagan, Sirwan Kajjo, Rachel Kleinfeld, William Kristol, Robert J.Lieber, Tod Lindberg, Bashar Lufti, Lila Lufti, Thomas G. Mahnken, Michael Makovsky, Ann Marlowe, Clifford D. May, Joshua Muravchik, Andrew S. Natsios, Martin Peretz, Kori Schake, Jonathan Schanzer, Randy Scheunemann, Gary J. Schmitt, Daniel S. Senor, Lee Smith, Henry D. Sokolski, Kurt Volker, Kenneth R. Weinstein, Peter Wehner, Leon Wieseltier, R. James Woolsey, Khawla Yusuf, Dov S. Zakheim, Robert Zarate, Radwan Ziadeh

2) „Foreign Policy Experts Urge President Obama to Take Immediate Action in Syria“, veröffentlicht am 17. Februar 2012
Unterzeichner: Khairi Abaza, Ammar Abdulhamid, Hussain Abdul-Hussain, Fouad Ajami, Tony Badran, Paul Berman, Max Boot, Ellen Bork, L. Paul Bremer, Matthew R.J. Brodsky, Elizabeth Cheney, Seth Cropsey, James Denton, Toby Dershowitz, Larry Diamond, Michael Doran, Mark Dubowitz, Nicholas Eberstadt, Eric S. Edelman, Jamie M. Fly, Reuel Marc Gerecht, Abe Greenwald, John P. Hannah, William Inboden, Bruce Pitcairn Jackson, Ash Jain, Kenneth Jensen, Allison Johnson, Sirwan Kajjo, Lawrence F. Kaplan, Irina Krasovskaya, William Kristol, Michael Ledeen, Tod Lindberg, Herbert I. London, Ann Marlowe, Clifford D. May, Robert C. McFarlane, Joshua Muravchik, Martin Peretz, Danielle Pletka, John Podhoretz, Stephen Rademaker, Karl Rove, Jonathan Schanzer, Randy Scheunemann, Gary J. Schmitt, Daniel S. Senor, Lee Smith, Henry D. Sokolski, Daniel Twining, Peter Wehner, Kenneth R. Weinstein, Leon Wieseltier, R. James Woolsey, Khawla Yusuf, Dov S. Zakheim, Robert Zarate, Radwan Ziadeh

Erstveröffentlicht am 7. August 2012 in der Berliner Umschau