Arbeiterklasse und Nation – Die maoistischen „K-Gruppen“ der 70er Jahre

Von Hans-Werner Klausen

Die maoistischen K-Gruppen (ML-Gruppen) der siebziger Jahre waren im wesentlichen Zerfallsprodukte der antiautoritären Studentenbewegung. Die K-Gruppen sahen mindestens bis 1976 (einige auch danach) ihre eigene Theorie und Praxis als Anwendung des „Marxismus-Leninismus/Maotsetungideen“ auf die deutschen Verhältnisse und betrachteten das Gesellschaftssystem der VR China als vorbildlich. Dabei lehnten sich die KPD und die KPD/ML besonders eng an die politische Linie der KP Chinas und der Partei der Arbeit Albaniens an, während der KBW und der KB mehr von den konkreten Bedingungen in Westdeutschland ausgingen. Die Anhänger der K-Gruppen bezeichneten sich selbst als „Marxisten-Leninisten“, von ihren linken Gegnern und von der bürgerlichen Presse wurden sie als „Maoisten“ oder „Chaoten“ bezeichnet. Allen K-Gruppen gemeinsam waren:

1. strikt hierarchische Organisationsstrukturen („demokratischer Zentralismus“) als Konsequenz aus dem Scheitern der antiautoritären Revolte und hohe Anforderungen an die Opferbereitschaft der Mitglieder (sowohl finanziell als auch vom Zeitaufwand)

2. Ablehnung des sowjetischen Sozialismusmodells seit 1956 und der SED/SEW/DKP als Verkörperung des „modernen Revisionismus“.

Einige K-Gruppen, insbesondere die KPD/ML und die KPD, waren außerdem – entsprechend der chinesischen und albanischen Linie des Kampfes gegen US-Imperialismus und sowjetischen Sozialimperialismus – stark national orientiert. Während die SED seit den 70er Jahren von zwei deutschen Nationen sprach, gingen die Maoisten unter Berufung auf Stalins Definition über die Nation und in Anlehnung an die Linie der frühen SED vom Fortbestand einer deutschen Nation aus. Es kam gelegentlich zu Übertritten von Maoisten zu nationalrevolutionären Zirkeln oder zu JN/NPD und umgekehrt. (Michael Kühnen war vor seinen NS-Aktivitäten zuerst bei den JN, dann im Umfeld der KPD von Semler und Horlemann). Zentrale Bezugspunkte für die Maoisten waren die „Arbeiterklasse“ und das „Volk“ (das Organ des KSV trug z. B. den Titel „Dem Volke dienen“ und viele maoistische Zeitungen und Zeitschriften verwendeten im Titelkopf die alte Komintern-Parole „Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!“), während die heutige autonome und „Antifa“-Linke volksfeindlich ist und die Arbeiterschaft verachtet.

Viele Maoisten waren Angehörige akademischer Berufe und ehemalige Studenten, die unter der Parole „Dem Volke dienen“ auf ihre bürgerlichen Privilegien verzichten und ihre Fähigkeiten in den Dienst der Ausgebeuteten und Unterdrückten stellen wollten; daher sind die Maoisten auch manchmal als moderne Volkstümler bezeichnet worden. Im Unterschied zur heutigen hedonistischen Linken waren die Maoisten antiindividualistisch. Die Mitglieder vieler K-Gruppen durften von ihren Monatseinkommen ca. 800 DM (später 1000 DM) für sich behalten und mußten den Rest an die Partei abführen; viele Parteimitglieder bürgerlicher Herkunft haben auch ihre Erbschaften der Partei zur Verfügung gestellt. Einen großen Teil ihrer Freizeit mußten die Maoisten dem Verkauf ihrer Zeitungen und der Teilnahme an Schulungen und Demonstrationen widmen, die Disziplin war fast militärisch.

Die ML-Gruppen beriefen sich auf die Traditionen der revolutionären deutschen Arbeiterbewegung, besonders der KPD Ernst Thälmanns. Auf Außenstehende wirkten die Demonstrationen, Saalveranstaltungen und Publikationen der ML-Gruppen wie ein Film, in dem die Geschichte der Arbeiterbewegung nachgespielt wurde. Gleichzeitig imitierten besonders die KPD und die KPD/ML bei Saalveranstaltungen den Stil regierender kommunistischer Parteien mit rhythmischen Klatschen und Hochrufen nach den Reden, Fahnen- , Porträt- und Transparentschmuck an den Wänden und beim Präsidium und mit Mädchen, die dem führenden Genossen Blumen überreichten. Während sich die „antiautoritären“ Studenten eines für Nichtakademiker unverständlichen philosophisch-soziologischen Jargons bedient hatten, bemühten sich die ML-Gruppen um eine Sprache, die sie für „proletarisch“ und „volksverbunden“ hielten. Die Sprache der KPD war dabei eine Mischung aus Thälmann-KPD und „Peking-Rundschau“, bei der KPD/ML gab es eine kräftige Prise „albanischdeutsch“ mit drastischer Ausdrucksweise wie bei Enver Hoxha.

Das Verhältnis der Maoisten zu den „modernen Revisionisten“ (DKP, SEW und deren Umfeld) war durch unversöhnliche gegenseitige Feindschaft gekennzeichnet. Erbitterte Gegnerschaft bestand auch zu den Trotzkisten und den halbanarchistischen „Sponti“-Linken, aus deren Reihen Joseph Fischer und Daniel Cohn-Bendit kamen. Während die „Marxisten-Leninisten“ Wert darauf legten, daß ihre Mitglieder ein geregeltes Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis hatten oder sich darum bemühten, übten die „Spontis“ (die man als Vorläufer der „Autonomen“ bezeichnen könnte) große Anziehungskraft auf asoziale Elemente aus.

1. Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML , seit 1980 KPD)

Als erste maoistische Minipartei wurde zur Jahreswende 1968/69 in Hamburg als Zusammenschluß mehrerer Zirkel die KPD/ML gegründet. Diese Zirkel entstanden seit Mitte der sechziger Jahre als Abspaltungen von der 1956 verbotenen SED-orientierten KPD (seit 1968 legale DKP). Vorsitzender der neuen Partei war Ernst Aust, ein Hamburger Funktionär der illegalen KPD, der seit Januar 1967 die Zeitschrift „Roter Morgen“ herausgab und dort von „chinesischen“ Positionen den „Revisionismus“ der KPD und KPdSU angriff. Der „Rote Morgen“ wurde das Zentralorgan der neuen Partei (mit den „Klassikern“ Marx-Engels-Lenin-Stalin-Mao im Titelkopf) , das theoretische Organ war „Der Weg der Partei“. Die Mitgliederzahl wurde 1975/76 vom Verfassungsschutz auf ca. 800, von der SED wurde sie 1977 auf ca. 900 – 1000 geschätzt. Das Mobilisierungspotential wurde 1977 auf 3500 Personen geschätzt.(1) Die neue Partei erhielt Zulauf von ehemaligen APO-Aktivisten. Anfang der siebziger Jahre brachen wüste Fraktionskämpfe aus, die zu mehreren Abspaltungen führten (die kurioseste Abspaltung waren die „Marxisten-Leninisten Deutschlands“ (MLD), die bei einer bayerischen Landtagswahl aufrief, CSU zu wählen; größte Abspaltung war die 1971-73 existierende KPD/ML-Zentralbüro). Aust behielt jedoch die Kontrolle über das Zentralorgan und die Finanzen.

Seit 1971 war Aust mehrmals in Albanien und wurde auch von Enver Hoxha empfangen, damit war die KPD/ML von einer regierenden Partei als Bruderpartei anerkannt. Durch die deutschen Sendungen von Radio Tirana (in den sechziger Jahren zu einem der leistungsstärksten Mittel- und Kurzwellensender Europas ausgebaut) bekam die KPD/ML propagandistische Unterstützung. 1975 wurde eine Delegation der KPD/ML von einem Mitglied des Politbüros der KP Chinas empfangen, damit lag die KPD/ML im Wettlauf um die Gunst der KP Chinas vorne. Im Februar 1977 hielt die KPD/ML in Ludwigshafen in der Friedrich-Ebert-Halle die öffentliche Abschlußveranstaltung des III. Parteitages ab, an der nach Angaben des „Roten Morgen“ 3300 Personen teilnahmen. Im Bericht über die Rede Ernst Austs kann man nach der Wiedergabe des Redetextes lesen:

„Langanhaltender Beifall, wiederholtes rhythmisches Klatschen; Rufe: Vorwärts mit der KPD/ML; erneuter Beifall; Rufe: Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland! – Hoch die internationale Solidarität! Erneuter Beifall, Rufe: Es lebe Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao Tsetung und Enver Hoxha! – Es lebe der III. Parteitag der KPD/ML! – Für Ernst Aust, hoch die Faust! Beifall, rhythmisches Klatschen; Rufe: Es lebe das Zentralkomitee der KPD/ML! Beifall, rhythmisches Klatschen; Rufe: Es lebe die marxistisch-leninistische Weltbewegung! Beifall“ (2)

1974 gab die KPD/ML die Erklärung „Deutschland dem deutschen Volk“ heraus. Der Inhalt kann vielleicht durch einige Zwischenüberschriften der Erklärung illustriert werden:

Am Vorabend der sozialistischen Revolution – Der nationale Verrat der deutschen Monopolbourgeoisie – DDR: Verrat am Sozialismus und der Nation – Einreihen in die weltweite Kampffront gegen die Supermächte! – Keine Wiedervereinigung unter dem westdeutschen Imperialismus! – Die deutsche Nation existiert – Die Bourgeoisie kann die Nation nicht mehr führen – Die Ideologie des Kosmopolitismus – Der Kampf des USA-Imperialismus gegen die deutsche Nationalkultur – Der Grossmachtchauvinismus der sowjetischen Sozialimperialisten – Die Arbeiterklasse muß die Führung der Nation übernehmen! – Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland! – Der Kampf um die Existenz der deutschen Nation ist die Aufgabe des gesamten deutschen Volkes – Das Nationalbewusstsein des deutschen Volkes entwickeln! – Kühn entschlossen den Kampf aufnehmen für die Einheit der Nation! – Vertreibt die Besatzungsmächte und ihre Lakaien von deutschem Boden! – Vereinigen wir uns im revolutionären Kampf mit allen deutschen Patrioten! (3)

In den siebziger Jahren demonstrierte die KPD/ML mehrmals gegen die „Schandmauer“ und gegen den „sozialfaschistischen Diktator Breshnew“. Zur Jahreswende 1975/76 wurde die DDR-Sektion der Partei gegründet. Im DIN-A-4 Format wurde auf Dünndruckpapier eine illegale Ausgabe des „Roten Morgen“ herausgegeben (gedruckt in der BRD und von Parteiaktivisten in die DDR geschmuggelt, geschrieben wurden die Beiträge größtenteils von Aktivisten der DDR-Sektion). In der DDR selbst wurden Flugblätter und Betriebszeitungen wie „Roter Blitz“ hergestellt, außerdem wurden Schriften Enver Hoxhas verbreitet. Beim Schmuggel des Propagandamaterials in die DDR wurde die Sektion auch von der albanischen Botschaft in Berlin unterstützt. 1980/81 wurde die Sektion von der Stasi zerschlagen, zwei Aktivisten wurden zu je acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Inhaftierten Mitgliedern der Sektion DDR war kurioserweise das Studium der Klassiker des Marxismus-Leninismus verboten.

1978 (nach dem Bruch zwischen China und Albanien) verstieß die KPD/ML Mao aus dem Klassikerhimmel, China galt jetzt wie die SU als revisionistisch und sozialimperialistisch, Mao als Kleinbürger und Albanien wurde als einziges Vorbild propagiert. Mit der KPD/ML ging es wie mit allen K-Gruppen seit Ende der siebziger Jahre bergab. Seit der Selbstauflösung der KPD von Semler und Horlemann (1980) nannte sich die Aust-Partei nur noch KPD. 1983 wurde Aust von seinem Kronprinzen Horst-Dieter Koch gestürzt.

Nach einer Spaltung vereinigte sich die Mehrheit 1986 mit der trotzkistischen „Gruppe Internationaler Marxisten“ (GIM) zur „Vereinigten Sozialistischen Partei“ (VSP). (Eigentlich waren die Trotzkisten als „imperialistischer Sabotagetrupp“ zur Liquidation vorgesehen; als die GIM 1974 in der TU Berlin eine „Hetzversammlung gegen die Volksrepublik China und die deutschen Marxisten-Leninisten“ abhielt, wandte die KPD/ML „revolutionäre Gewalt“ an; im Literaturangebot der KPD/ML befanden sich auch Nachdrucke der Protokolle der Moskauer Prozesse). Für die meisten ehemaligen KPD-Mitglieder war die VSP eine Zwischenstation auf dem Rückzug ins Privatleben und die VSP wurde bald weitgehend von den Trotzkisten übernommen. Die VSP wurde in den neunziger Jahren von der PDS aufgesogen. (Der ehemalige PDS-Bundestagsabgeordnete Winfried Wolf stammt aus der GIM und der VSP). Restgruppen der KPD/ML gibt es bis heute, die größte sitzt jetzt in Frankfurt am Main und gibt monatlich den „Roten Morgen“ heraus (nicht zu verwechseln mit der 1990 gegründeten „Ost-KPD“ von Werner Schleese und dem inzwischen als Parteischädling entlarvten Hans Wauer).

Im Umfeld der KPD/ML begann der politische Lebensweg von Bernd Lunkewitz. Danach wandte er seine Kenntnisse über den Kapitalismus in der Praxis an und wurde Immobilienmakler. nach der Wende kaufte er in Berlin den Aufbau-Verlag. Lunkewitz über Lunkewitz: „Natürlich bin ich Kapitalist“.

2. Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

1970 wurde in Berlin die Kommunistische Partei Deutschlands/Aufbauorganisation (KPD/AO) gegründet. Der Kern bestand aus früheren SDS-Aktivisten, prominenteste Mitglieder waren Christian Semler und Jürgen Horlemann. Beide, führend in der antiautoritären Revolte, waren großbürgerlicher Herkunft und damit Verräter an ihrer Klasse; Semler war in der Westberliner linken Szene spätestens seit der „Schlacht am Tegeler Weg“ eine Berühmtheit. Vorläufer der KPD/AO war seit 1969 die Zeitschrift „Rote Pressekorrespondenz“, in dieser Zeit wandten sich Semler und Horlemann vom Antiautoritarismus ab und den Organisationsprinzipien des „demokratischen Zentralismus“ zu. 1972 fiel die Bezeichnung „Aufbauorganisation“ weg, fortan betrachtete sich die Kommunistische Partei Deutschlands als Avantgarde der deutschen Arbeiterklasse. Zentralorgan der Partei war die „Rote Fahne“, theoretisches Organ die „Theorie und Praxis des Marxismus-Leninismus“. Der Partei nahe stand der „Oberbaum-Verlag“, dort erschienen proletarisch-revolutionäre Romane, Schriften der KP Chinas gegen den „Revisionismus“, Stalins „Fragen des Leninismus“. Die wichtigsten Vorfeldorganisationen der Partei waren der Kommunistische Studentenverband (KSV) und die „Liga gegen den Imperialismus“ (hier begann der politische Lebensweg der Bundestags-Vizepräsidentin Antje Vollmar). 1975 hatte die Partei ca. 1000 Mitglieder. Das Mobilisierungspotential wurde von der SED für 1974 auf 20 000, für 1976 auf 8000 Personen geschätzt.(4)

In den ersten Jahren ihrer Existenz war die KPD sehr aktiv in der Solidaritätsbewegung für Vietnam. Die KPD trat „Für ein unabhängiges, vereintes und sozialistisches Deutschland“ ein, agitierte „Gegen die Vorherrschaftspläne des sowjetischen Sozialimperialismus in Europa“ und trat seit 1975 dafür ein, Bundeswehr und NATO als „Bollwerke gegen den Sowjetfaschismus“ zu stärken. Für die KPD war seit 1975 Breshnew der „Hauptfeind des deutschen Volkes“ und osteuropäische Dissidenten galten als Bündnispartner gegen den „Sozialimperialismus“. Die Warnungen der KPD vor der „sozialimperialistischen“ Gefahr waren seit 1975 kaum von denen der US-amerikanischen „Falken“ oder der Springer-Presse zu unterscheiden. Von der KP Chinas wurde zunächst die KPD/ML bevorzugt (die KPD/ML wurde 1975 als Parteidelegation von einem Mitglied des Politbüros empfangen, bei der KPD reichte es zunächst nur zu einer „Arbeiterdelegation“ die auf der Ebene des nationalen Volkskongresses empfangen wurde). Nach Maos Tod erfolgte die Anerkennung als Bruderpartei, 1978 wurde Semler vom chinesischen Parteichef Hua Guofeng empfangen.

1973 machte die KPD durch militante Aktionen auf sich aufmerksam (Sturm auf das Bonner Rathaus anläßlich des Thieu-Besuches, Straßenschlachten mit der Polizei in Dortmund anläßlich des Breshnew-Besuches). In einem „Spiegel“-Interview kündigte Horlemann die Einrichtung von Arbeitslagern für parasitäre Elemente an. Prominentestes Parteimitglied war seit 1974 Horst Mahler. Nach der Entführung des CDU-Politikers Peter Lorenz (1975) lehnte Mahler in einer Fernsehrede seine eigene Freilassung ab und rief dazu auf, mit der KPD für den Sozialismus zu kämpfen. In seiner Fernsehrede sagte Mahler:

„Die Entführung des Volksfeindes Peter Lorenz als Mittel zur Befreiung von politischen Gefangenen ist Ausdruck einer von den Kämpfen der Arbeiterklasse losgelösten Politik, die notwendig in einer Sackgasse enden muß. Die Strategie des individuellen Terrors ist nicht die Strategie der Arbeiterklasse… Die Aktionen des individuellen Terrors haben sich wie Provokationen ausgewirkt. Der Weg zum gewaltsamen Sturz der Ausbeuterklasse führt allein über die revolutionäre Mobilisierung der Werktätigen unter der Führung ihrer Kommunistischen Partei… Ich bin der festen Überzeugung, daß sich durch den Kampf der revolutionären Massen gegen dieses kapitalistische Ausbeutersystem die Gefängnistore für alle politischen Gefangenen öffnen werden und daß die gegen mich gefällten Terrorurteile hinweggefegt werden, weshalb ich es ablehne, mich auf diese Weise außer Landes bringen zu lassen. Arbeiter, Werktätige, laßt Euch von der bürgerlichen Hetze nicht einschüchtern. Kämpft mit der Kommunistischen Partei für eine menschliche Gesellschaft, für den Sozialismus. Vorwärts mit der KPD!“ (5)

In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre ging es mit der KPD bergab. Die strikte Anlehnung an die Wendungen der KP Chinas (die KPD begrüßte 1976/77 nacheinander die Ausschaltung des „kapitalistischen Rechtsabweichlers“ Deng Xiaoping, die Verhaftung der „Viererbande“ und Dengs Rückkehr an die Macht) trug dazu ebenso bei wie die Entstehung der Grünen. 1980 löste sich die Partei auf. Viele Berliner Parteimitglieder gingen in die „Alternative Liste“, zeitweilig waren ein Viertel der AL-Mitglieder frühere KPD-Leute. Einige frühere Parteimitglieder machten eine wissenschaftliche Karriere (z.B. Karl Schlögel und Alexander von Plato). Horlemann betrieb einen Verlag und starb in den neunziger Jahren, Christian Semler ist staatstragender Journalist bei der „TAZ“. Bernd Ziesemer, in den siebziger Jahren Sprecher des ZK des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands (KJVD) ist jetzt Chefredakteur beim „Handelsblatt“ (einem Sprachrohr des Monopolkapitals). Frank Herterich (leitete das Regionalkomitee Hessen der KPD) gehörte unter Joseph Fischer dem Planungsstab des Auswärtigen Amtes an. Klaus Methfessel (stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftswoche) war in Düsseldorf Funktionär der KPD und der Liga gegen den Imperialismus.

3. Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW)

Der KBW wurde 1973 gegründet. Wichtigste Vorläuferorganisation war die Gruppe, die seit 1970 die Zeitschrift „Neues Rotes Forum“ herausgab und die wiederum aus dem SDS Heidelberg hervorging. Vorsitzender des KBW war Hans-Gerhard Schmierer (als Student hieß er Joscha Schmierer, als KBW-Vorsitzender benutzte er seinen Geburtsnamen, weil‘s proletarischer klang, seit der Auflösung des KBW heißt er wieder Joscha). Zentralorgan war die „Kommunistische Volkszeitung“, theoretisches Organ „Kommunismus und Klassenkampf“. Der KBW hatte 1977 2600 Mitglieder und war damit die stärkste K-Gruppe. Das Mobilisierungspotential wurde 1977 auf 20 000 – 25 000 Personen geschätzt.(6) Wie die KPD wurde der KBW nach Maos Tod von der KP Chinas als Bruderpartei anerkannt. Die nationale Linie und der „Kampf gegen den sowjetischen Sozialimperialismus“ spielten für den KBW eine nicht so zentrale Rolle wie für die KPD und KPD/ML, waren aber trotzdem vorhanden. KBW-Anhänger zeichneten sich bei Demonstrationen gegen Atomkraftwerke durch besondere Militanz aus. Bei den Häuserkämpfen im Frankfurter Westend rivalisierte der KBW mit den „Putzgruppen“ (Cohn-Bendit, Joschka Fischer) um die Führung. 1976 veröffentlichte das theoretische Organ unter der Überschrift „Cohn-Bendits Lob der Fäulnis. Besprechung des Buches der große Basar“ eine Abrechnung mit Cohn-Bendit. Dort hieß es:

„Letztlich geht es darum, ob man ein Reich der Freiheit aufrechterhalten kann (womit eine Freiheit von Arbeit gemeint ist) unter dem Deckmantel der revolutionären Kritik an den Erscheinungen der bürgerlichen Gesellschaft. Es ist als ob ein Berufsbeamter mit hohem Gehalt, oder einer der es gern werden möchte, mit aller Kraft um seine Parasitenexistenz kämpft und dafür schon mal auf den Putz haut. Manche haben sich das Reich der Freiheit, was heißt Freiheit von Arbeit, schon selber geschaffen. Daniel Cohn-Bendit hat Ähnlichkeit mit einem Bandwurm. Er wird in den letzten Jahren immer dicker, und zwar auf Kosten anderer… Überhaupt betrachtet Cohn-Bendit die Bewegung nur unter dem Gesichtspunkt: Wie kann ich das gute Bare in die Tasche kriegen… Die Bewegung ist zu allerlei zu nutzen, nicht nur um die blauen Scheine in die Taschen zu bekommen. ‚vor dem Mai hatte ich Schwierigkeiten in meinen Beziehungen bzw. Genossinen, nach dem Mai sehr viel weniger.‘… Herauskommen muß ein Weltbild, in dem Platz ist für jeden und in dem man seine Schmarotzerexistenz aufrechterhalten kann… … Daß Cohn-Bendit aber schon die angenehmen Seiten der Entwicklung der Produktivkräfte nutzen möchte, zum Schwingen von Baum zu Baum wäre er sich zu fett…Jetzt wird es schon klarer. Die Welt der Computer und Maschinen, die Arbeit ist beseitigt. Cohn-Bendit auf dem Sofa, vielleicht wieder mit einer Journalistin, und die gebratenen Tauben kommen aus dem Apparat ihm direkt vor den Mund, so daß er nur noch zubeißen muß. Denn man muß es wissen. Cohn-Bendit hat mit der Arbeit durchaus praktische Erfahrungen. Nicht bei Opel – ‚da hat man ihn aus verständlichen Gründen nicht genommen‘, aber er hatte Lust gehabt, in einem kindergarten zu arbeiten, was er auch volle anderthalb Jahre gemacht hat, bis sich herausstellte, daß acht Stunden Arbeit und dann noch ‚politische Arbeit‘ am Abend dann doch ein wenig zu viel seien. So hat er dann über Halbtagsarbeit ganz aufgehört. Für die Kinder ein Segen, soviel ist klar.

Klar ist aber auch, daß die Arbeiterklasse sich solche Gestalten merken wird. Cohn-Bendits größter Wunsch ist es, der Tour de France mit dem Motorrad hinterherzufahren, und sein zweitgrößter Wunsch ist es, ‚nach der Revolution Sportreporter zu werden‘. Nun, die Revolution wird da anderer Meinung sein. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder er wird von der Arbeiterklasse eine nützliche Arbeit zugewiesen bekommen, etwa in einer Fischmehlfabrik in Cuxhaven, oder er wird während der Revolution durch die Massen an den nächsten Baum befördert.“(7)

Nach dieser Veröffentlichung schüttete eine „Putzgruppe“ im Frankfurter KBW-Büro mehrere Säcke Fischmehl garniert mit Fischköpfen aus; der Gestank war so intensiv, daß der KBW umziehen mußte. Der KBW schrieb daraufhin:

„Auf dem Pfingsttreffen des ‚Sozialistischen Büros‘ hat Cohn-Bendit im Zelt von ‚Kampf gegen die Arbeit als generell Zerstörendes‘ gefaselt. Die Fischmehlaktion sollte die öffentliche Manifestation darstellen, daß diese Salon-Sozialisten in der Tat nichts als größere Strafe empfinden, denn arbeiten zu müssen. In der Rezension von Cohn-Bendits Memoiren zu Lebzeiten war vermutet worden, daß die Revolution Leuten seines Schlages nur zwei Alternativen läßt. Das ist nicht bezweifelt worden. Die erste wurde als unerträglich empfunden. Soll bloß die zweite bleiben? Oder glauben Cohn-Bendit und Freunde doch, daß die siegreiche Arbeiterklasse sie auf Händen trägt?“(8)

1978 besuchte Schmierer das „Demokratische Kampuchea“ und führte ein freundschaftliches Gespräch mit Genossen Pol Pot. 1980 pries Schmierer in einem Glückwunschtelegramm an Pol Pot den Widerstand des kambodschanischen Volkes gegen die „sowjetisch-vietnamesische Aggression“ als „wichtigen Beitrag zum Weltfrieden“. Der KBW sammelte nach dem Sturz Pol Pots durch die Vietnamesen 238 650 DM für den Widerstandskrieg der Roten Khmer, dies war die letzte große Aktion des KBW. 1980 spaltete sich der „Bund Westdeutscher Kommunisten“ (BWK) vom KBW ab (der BWK existiert unter anderem Namen heute noch als Fraktion in der PDS), Ende 1982 stellten Zentralorgan und theoretisches Organ ihr Erscheinen ein,1985 erfolgte die Selbstauflösung des KBW. Schmierer gründete die Zeitschrift „Kommune“ als Sprachrohr des Realo-Flügels der Grünen und ist heute im Planungsstab des Auswärtigen Amtes (vermutlich hat er sich durch seine Unterstützung für Pol Pot seine Qualifikation erworben).

Mehrere Ex-Mitglieder des KBW gehören heute zum grünen Establishment, darunter Krista Sager, 2002 bis 2005 grüne Fraktionschefin im Bundestag, und Ralf Fücks, ehemals grüner Senator in Bremen und heute Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) war 1976 Bundestagskanidatin für den KBW (auf ihrer persönlichen Internetseite und im Bundestagshandbuch beginnt ihr politischer Lebenslauf 1983 mit dem Beitritt zur SPD) und veröffentlichte seinerzeit eine Broschüre „gegen die Verpflichtung der Beamten auf das Grundgesetz“. Reinhard Bütikofer war in der studentischen nachwuchsorganisation des KBW. Auch Gerd Koenen, der als Historiker lesenswerte Bücher schrieb, kommt aus dem KBW. Koenen brachte im Jahre 2001 unter dem Titel „Das rote Jahrzehnt. Unsere kleine deutsche Kulturrevolution“ ein Buch über die Studentenrevolte und die „Neue Linke“ heraus. Koenens Buch muß kritisch gelesen werden, da er heute einen radikalliberalen Standpunkt vertritt; im Unterschied zu anderen ehemaligen Achtundsechzigern und diensteifrigen Publizisten erzählt er jedoch keine Lügenmärchen, wonach die jungen Rebellen aus der Art geschlagene Linksliberale waren, denen es schon immer um die Verwestlichung der Bundesrepublik und um mehr Demokratie und Liberalität gegangen sei. Das Buch ist gut lesbar und besonders die K-Gruppen im allgemeinen und der KBW im besonderen sind anschaulich beschrieben.

4. Kommunistischer Bund (KB, auch KB Nord genannt)

Der KB wurde 1971 in Hamburg gegründet. Im Unterschied zu KPD/ML, KPD und KBW verstand er sich selbst nicht als Partei und war vorwiegend in Norddeutschland aktiv. Schwerpunkt der Organisation war Hamburg, Zentralorgan der „Arbeiterkampf“. Der KB war maoistisch orientiert, kritisierte jedoch die chinesische Außenpolitik. Die nationale Linie spielte hier keine Rolle, die Feindschaft gegen „moderne Revisionisten“, Trotzkisten und „Spontis“ war weniger ausgeprägt als bei anderen Maoisten. Der „Arbeiterkampf“ (im Titelkopf eine Arbeiterfaust, die einen riesigen Schraubenschlüssel hielt) war als eine Art linksradikaler „Spiegel“ (mit guter Auslandsberichterstattung) das Klatsch- und Tratschblatt der westdeutschen Linken und wurde weit über die eigene Anhängerschaft hinaus gelesen.

Während KPD/ML, KPD und KBW Stalin als „Klassiker“ betrachteten, war für den KB bereits der Spätstalinismus eine Vorstufe des „modernen Revisionismus“. (Für die KPD/ML war der KB wegen dessen Positionen zu China, zur Nation und zu Stalin „trotzkistisch verseucht“). Der KB hielt erst 1980 seinen ersten Kongreß ab, bis dahin wurde er von einem anonymen „Leitenden Gremium“ geführt, das von niemandem gewählt wurde und dessen Zusammensetzung auch vor den eigenen Mitgliedern geheimgehalten wurde. Zu den wichtigsten Personen in der KB-Führung gehörte Knut Mellenthin (schreibt heute lesenswerte Beiträge zu außenpolitischen Themen in der „Jungen Welt“). Mellenthin hatte sich Ende der sechziger einem Hamburger ML-Zirekel angeschlossen und sich noch vor der Gründung der KPD/ML von Aust getrennt. Zur KB-Führung gehörte auch Jürgen Reents (heute Chefredakteur „Neues Deutschland“), der in den siebziger Jahren für zahlreiche KB-Veröffentlichungen verantwortlich zeichnete.

Da der KB taktisch beweglicher und undogmatischer als andere K-Gruppen war, konnte er sich ziemlich erfolgreich in die neuen sozialen Bewegungen, besonders die Anti-Atomkraft-Bewegung, einklinken. In Hamburg und Umgebung brachte er viele Bürgerinitiativen unter seine Kontrolle. 1979 spaltete sich vom KB die „Gruppe Z“ (Ebermann, Trampert, Reents, u.a.) ab, die nach dem Vorbild des trotzkistischen Entrismus die Grünen unterwandern wollten und dort zeitweilig sowohl auf Bundesebene als auch in Hamburg sehr einflußreich waren. Reents und die Ex-Kblerin Ulla Jelpke gingen 1990von den Grünen 1990, Trampert und Ebermann sind heute Autoren bei „Konkret“. Erfolgreichster Ex-KBler wurde Jürgen Trittin (er war einfaches Mitglied und wurde nach der Spaltung in die Führung der „Gruppe Z“ kooptiert), Angelika Beer kommt ebenfalls aus dem KB. Die KB-Mehrheit führte die Organisation in den achtziger Jahren weiter, konnte den Weg nach unten jedoch nicht aufhalten. 1990 kam es zu einer neuen Spaltung, die Mehrheit ging nach und nach zur PDS (unter ihnen Gregor Gysis jetzige Frau) und gibt den ehemaligen „Arbeiterkampf“ heute unter dem Titel „Analyse und Kritik“ heraus; der Schraubenschlüsel war bereits Mitte der 80er jahre aus dem Titelkopf verschwunden. Die Minderheit („Gruppe K“) gibt seit 1992 die Zeitschrift „Bahamas“ heraus und vertritt in pathologischen Formen die „antideutsche“ Ideologie (siehe auch http://www.redaktion-bahamas.org) . Sie hetzte nach dem 11. September 2001 zum Krieg gegen Afghanistan, sieht überall „islamisch-deutsche Faschisten“ und ist zionistischer als die Zionisten.

5. Kommunistischer Arbeiterbund Deutschlands (KABD)

Der KABD entstand 1972 aus einer Abspaltung von der KPD/ML und aus dem Kommunistischen Arbeiterbund/Marxisten-Leninisten. Er hatte seine Schwerpunkte zunächst in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen beschränkt. Zentralorgan war die „Rote Fahne“ (nicht identisch mit der gleichnamigen Zeitung der Semler-Partei). Ideologischer Führer der Partei war der 1992 verstorbene Altkommunist und Widerstandkämpfer Willi Dickhut. Der KABD verurteilte die chinesische Politik nach Maos Tod als revisionistischen Verrat an den Mao Tsetung-Ideen. Der KABD arbeitete recht erfolgreich in Betrieben und konnte seine Mitgliederzahl steigern, als es mit den anderen „K-Gruppen“ bergab ging. 1982 wurde aus dem KABD die heute noch existierende Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD). Sie bekennt sich zu Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao. Vorsitzender ist Stefan Engel. Mit ca. 2000 Mitgliedern ist sie (nach der DKP) die zweitgrößte Partei der Linken jenseits der PDS.

1973 gründeten ehemalige Münchner SDS-Kader den Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD (AB). Er agierte vorwiegend in Bayern, Zentralorgan ist die „Kommunistische Arbeiterzeitung“. In den 70er Jahren legte er wie die KPD/ML und die KPD Wert auf kräftige nationale Akzente (Gerd Langguth, unter Kohl mehrere Jahre Leiter der Bundeszentrale für politische Bildung: „Der AB zeichnet sich durch einen teilweise schwülstigen Nationalismus aus“9). Er trat ein „für die Erfüllung des im ganzen deutschen Volk lebendigen Wunsches nach Beseitigung seiner knechtischen Unterdrückung und der Spaltung seiner Nation, die die größte der vielen Demütigungen ist, die der deutsche Imperialismus über die Nation brachte“.10 1974 gab er unter dem Motto „Damit Deutschland den Deutschen gehört!“ ein „Programm zur friedlichen Wiedervereinigung Deutschlands“ heraus. Heute segelt er im „antideutschen“ Kielwasser. Nach der Wende versuchte er in der Ex-DDR Fuß zu fassen, im Berliner Karl-Liebknecht-Haus hatte oder hat er ein Büro.

Neben den genannten Organisationen gab es noch weitere „marxistisch-leninistische“ Gruppen, deren Aktivitäten regional begrenzt waren und die in der Öffentlichkeit fast nur durch Zeitschriften und Pamphlete in Erscheinung traten.

Fußnoten:

1) Dokumentation. Die Pekinger Führung und die promaoistische Spalterbewegung (Nur für den Dienstgebrauch) / Herausgeber: Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der SED, Institut für Internationale Arbeiterbewegung, Lehrstuhl für Imperialismusforschung. 1977, Teil 2, Seite 286

2) Roter Morgen, Nr. 6 vom 11. Februar 1977

3) Deutschland dem deutschen Volk! Erklärung des ZK der KPD/ML zur nationalen Frage (Der Weg der Partei, Nr. 1, Februar 1974)

4) Dokumentation. Die Pekinger Führung …, Seite 287

5) KPD: Freiheit für Horst Mahler! (erschien 1975), Seite 32

6) Dokumentation. Die Pekinger Führung …, Seite 289

7) Kommunismus und Klassenkampf, Jg. 1976, Nr. 6, Seite 286 – 288

8) Kommunismus und Klassenkampf, Jg. 1976, Nr. 7, Seite 291

9) Gerd Langguth, Protestbewegung. Entwicklung, Niedergang, Renaissance. Köln 1984, Seite 111

10) Programm des Arbeiterbunds für den Wiederaufbau der KPD. Verabschiedet von der Außerordentlichen Delegiertenkonferenz des Arbeiterbunds für den Wiederaufbau der KPD im Februar 1974, Seite 53

Ersveröffentlichung im Jahre 2005 in der Berliner Umschau